Montag, 10. August 2009

Bio?!

Unlängst sorgte eine britische Studie für Aufsehen. Darin wurde der gesundheitliche Wert von biologisch und konventionell erzeugten Nahrungsmitteln verglichen. Der Unterschied war, wie ich mir auch nicht anders erwartet hätte, marginal.

Ist das nun ein Grund im Supermarktregal die teuereren Bioprodukte links liegen zu lassen? Nein, ganz und gar nicht. Wer diesen Schluss zieht hat den Biogedanken nicht wirklich verstanden. Abgesehen davon, dass es in der Wissenschaft nicht unüblich ist, dass auf eine bestimmte Studie weitere Studien folgen die das gerade Gegenteil belegen, dass auch marginale Unterschiede sich auf lange Sicht auf die menschliche Gesundheit auswirken können, steckt hinter Bio eine Idee welche die menschliche Gesundheit nicht als etwas isoliertes, von der Natur losgelöstes begreift. Nur wenn die gesamte Produktionskette eines Nahrungsmittels umweltfreundlich von statten geht, wenn sie nicht mehr Ressourcen verbraucht als die Natur nachliefern kann, nicht Vielfalt für Eintönigkeit opfert, nur dann ist garantiert, dass wir in einer Umgebung leben die man mit ruhigem Gewissen als gesund bezeichnen kann. Man könnte an dieser Stelle einwenden, dass es für die Südtiroler Gesundheit unerheblich ist, ob der Weizenanbau für unser täglich Brot in Spanien oder Osteuropa nun völlig degradierte Landstriche oder blühende Kulturlandschaften hinterlässt. In der Tat ist es so, dass uns dies kaum direkt betrifft. Doch laufen viele Kreisläufe auf kontinentaler Ebene ab und landen nicht so manche Südtiroler im Urlaub oder auf Geschäftsreise auch fernab der Mittelmeerküsten? Außerdem könnte das selbe Argument die Mailänder Hausfrau dazu bewegen, anstatt einiger Wipptaler Bio-Yoghurts eine Parmalat-12er-Packung in den Einkaufswagen zu werfen - zum Nachteil unserer Bauern. Einkaufen ist wohl die politischste aller Aktionen unseres täglichen Lebens, hier entscheiden wir über Solidarität oder Ausbeutung, und zwar von Natur und Mensch. Sturer Egoismus ist dabei fehl am Platz.

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